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Freitag, 1. Februar 2013

Cheval Blanc 1973, der Bordeaux, der keine Gnade bei Robert Parker fand

Ein langlebiger Wein von erlesener Qualität: Cheval Blanc 1973



Man kann sicher nicht behaupten, dass Robert Parker, der bekannte Weinkritiker und Spezialist für Bordeaux-Weine aus Amerika, seine Weine nicht objektiv beurteilen würde. Trotzdem ist es erstaunlich, dass der Cheval Blanc 1973 keine Gnade vor seinen Augen fand - in seinem Weinbuch ist er der Bordeaux-Wein, der am schlechtesten abschneidet.

Ob sein Erlebnis mit dem Cheval Blanc 1981 ein bisschen mit seiner Kritik von 1973 zu tun hat oder nicht, das wissen wir natürlich nicht. Was jedoch den Cheval Blanc 1973 angeht, so sind andere Kritiker absolut nicht Parkers Meinung. Oft wird er als "Überraschungswein" qualifiziert: obwohl das Wetter die Weingutbesitzer von Bordeaux dazu zwang, früh zu ernten, ist er doch ein langlebiger Wein geworden. Kein anderer Bordeaux - außer vielleicht Château Pétrus - hat heute, vierzig Jahren später, immer noch ein so elegantes Bukett und ist fruchtig und von feiner Süße.

Dabei wissen Weinkenner, dass Cheval Blanc zu den Weinen gehört, die sich lange konservieren. Diese Fähigkeit zur Langlebigkeit hängt jedoch nicht nur von der allgemeinen Qualität des Weines ab, sondern auch von seiner Lagerung und, vor allem, von dem Wetter. Ein guter Wein braucht zwar ein wenig Regen im Sommer, aber viel Hitze und Trockenheit im Frühling und Herbst. Man geht davon aus, dass Trockenheit die Qualität des Weines verbessert: je weniger Wasser die Weinrebe einsaugen kann, je kleiner und "dichter" sind ihre Trauben - was automatisch einen guten Einfluss auf den Alkoholgehalt und die Qualität des Weines hat.
Copyright: Sandra Winters

Donnerstag, 3. Januar 2013

Cheval Blanc 1973 - ein "Billigwein"?

Warum es Cheval Blanc 1973 in hundert Jahren vermutlich nicht mehr gibt


Man sagt, es gäbe immer weniger Leute, die je die Möglichkeit hätten, einen der grossen Bordeaux-Weine zu kosten. Und vermutlich ist dies die traurige Wahrheit.

Außer den wenigen Menschen, denen es nichts ausmacht, 1000 Euro und mehr in eine Flasche Wein zu investieren, ist es heute kaum mehr möglich, einen Spitzenwein zu kaufen. Nehmen wir zum Beispiel einen Cheval Blanc 1973: er kostet heute um die 450 Euro - und gilt unter den Bordeaux noch als "Billigwein". Er bleibt vermutlich noch einige Jahre in erschwinglichen Grenzen (für Leute, die sich einmal im Leben einen teuren Wein leisten möchten), aber dann wird er über 1000 Euros kosten - wie sein "Ahnherr", der Cheval Blanc 1954 - oder fast 2000 Euros wie der Jahrgang 1945.

Natürlich sind die älteren Weinliebhaber privilegiert. Wer sich den Cheval Blanc 1973 kurz nach seiner Abfüllung kaufte - und die Geduld hatte, ihn zu lagern - konnte ihn weitaus billiger erwerben. Zu dieser Zeit konnte man einen jungen Spitzenwein aus Bordeaux noch für einen Preis erstehen, der heute 20 oder 30 Euro entspricht. Aber inzwischen sind selbst die Preise für Jungweine gestiegen.

Die großen Jahrgänge waren dagegen schon immer unerschwinglich. Ein Cheval Blanc 1990 - einer der Jahrhundertweine - kostet heute bereits rund 1000 Euro... nicht zu vergleichen mit einem Cheval Blanc 1904, den man nicht unter 3500 Euro bekommt.

Doch Cheval Blanc 1973 wird vermutlich nie den Traumpreis eines Jahrgangs 1904 erreichen, schon weil es ihn in 110 Jahren vermutlich nicht mehr gibt. Denn selbst wenn ein Wein haltbar ist, wer kann schon so lange widerstehen?
Copyright: Sandra Winters