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Dienstag, 19. März 2013

Bordeaux 1930, Bordeaux 1931: Trauerjahre für Weinliebhaber - Bordeaux 1933: erster Lichtblick

Zwei traurige Jahre für Weinliebhaber: Bordeaux 1930 und Bordeaux 1931 sind total verregnet. Doch in Bordeaux 1933 kommt wieder die Sonne raus.

Das Jahr beginnt in Horror und Unfrieden: in einem Kino in Schottland verbrennen 80 Kinder. In Indien führt Gandhi den friedlichen Aufstand an, und in Frankreich sterben tausend Menschen in schrecklichen Überschwemmungen.

Auch Bordeaux 1930 steht unter dem Zeichen des schlechten Wetters. Es regnet praktisch das ganze Jahr, selbst den Sommer hindurch, und, was noch schlimmer ist für den Wein, es ist zu kalt. Der Wein verfault teilweise auf den Weinstöcken, die Winzer sehen der Weinlese mit Schrecken entgegen.

Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Weingüter, die einen Bordeaux 1930 in Flaschen abgefüllt haben - was ihn zwar nicht besser, aber rarer und folglich teurer macht. Selbst die Sauternes reifen nicht, die doch Regen gut brauchen können, um ihre Edelfäule zu entwickeln. Aber in diesem Jahr Bordeaux 1930 ist es selbst für die Edelfäule zu kalt. So kommt es, dass gewisse Sauternes, zum Beispiel, Château d'Yquem, gar nicht auf den Markt gebracht wurden.

Alles wartete also auf das folgende Jahr - doch Bordeaux 1931 wurde nicht besser. Während man in Spanien über die Neugeburt der Republik jubelte, verloren die Winzer immer mehr den Mut. In diesem Jahr entstanden zwar einige mittelgute Sauternes - Château d'Yquem entschloss sich, seinen Wein abzufüllen - aber die Rotweine blieben unausgeglichen und herb.

So ist Bordeaux 1931 ein Jahr mit sehr wenig guten Weinen. Eigentlich ist Château d'Yquem der einzige Wein, der wirklich erwähnenswert ist…

…doch im Vergleich zu 1932 waren die Regengüsse in Bordeaux 1931 fast noch ertragbar. 1932 war das Wetter so schlecht, dass fast keine Weine auf den Markt kamen.

Doch in Bordeaux 1933 gab es endlich wieder einen Lichtblick. Es regnete zwar immer noch viel, aber die Sonne kam öfter mal durch und wärmte die Erde auf - was natürlich von den Sauternes begrüßt wurde, deren Edelfäule sich endlich wieder gut entwickeln konnte. Und während die Welt stöhnte, als ein gewisser Adolf Hitler in Deutschland zum Kanzler ernannt wurde, atmeten die Winzer auf. Doch in Bordeaux 1933 wusste man noch nicht, welche Bedrohung das Machtstreben des neuen Kanzlers den Weingütern bringen sollte…
Copyright: Sandra Winters

Dienstag, 22. Januar 2013

1933 in Bordeaux: Château Margaux 1933, Spitzenwein Premier Grand Cru

Château Margaux 1933, der "Gewinner" unter den Bordeaux-Weinen 1933


Achtzig Jahre ist es jetzt her, jenes Horrorjahr 1933. Europa ist in der Krise, in Deutschland ergreift Hitler die Macht, in Frankreich predigt Leon Blum die Abrüstung - und in Bordeaux denkt man an die nächste Weinlese.

Die letzten Jahrgänge der Bordeaux-Weine waren nicht besonders gut ausgefallen. Das Wetter machte den Besitzern der großen Châteaux einen Strich durch die Rechnung, die Qualität der Weine ließ zu wünschen übrig. Die Weine 1933 ließen die Eigentümer jedoch wieder auf einen guten Jahrgang hoffen.

Der "Gewinner" des Bordeaux 1933 war zweifelsohne Château Margaux. Er erreichte nicht nur die Klassifizierung Grand Cru, wie andere Spitzenweine des Jahrgangs, sondern Premier Grand Cru, die Spitzenauszeichnung, auf die alle Weingutbesitzer hoffen.

Zu dieser Zeit war ChâteauMargaux in den Händen der Familie Ginestet. Fernand Ginestet war nicht etwa ein Adliger, sondern nur ein einfacher Weinhändler, der seine Ware kannte. Als Château Margaux 1925 erste Aktien anbot, reagierte er sofort - und 1949 war sein Sohn Pierre Ginestet schließlich alleiniger Inhaber des Weingutes.

Die schlechten Ernten vor dem Weinjahr 1933 drohten jedoch alle Bemühungen des Weinhändlers zunichte zu machen. Die Qualität der Bordeaux-Weine war so schlecht - und der Umsatz entsprechend gering - das Château Margaux fast aufgeben musste. So rettete die Weinlese 1933 den Eigentümern ihren Besitz… bis, genau vierzig Jahre später, eine neue Krise sie endgültig zum Verkauf zwang.

Dies war der Moment, wo ein Grieche, André Mentzelopoulos, in die Weinfamilie von Bordeaux aufgenommen wurde.
Copyright: Sandra Winters