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Freitag, 3. April 2015

Rebsorten aus Frankreich: Carignan, die Traube, die im Languedoc „entdeckt“ wurde

Carignan, die verkannte Rotwein-Traube aus dem Süden

Wie viele andere südliche Rebsorten, zieht die Carignan-Traube kargen, trockenen Boden vor - die typische Erde des Mittelmeerraums. Sie wächst natürlich auch auf fruchtbareren Böden, zum Beispiel in den Ebenen der nördlichen Gebiete Frankreichs oder Italiens, wo die Rebe mit dem sowieso schon reichen Ertrag noch mehr Trauben trägt als im Süden - doch der Wein ist von minderer Qualität, sein Geschmack ist streng mit einer Tendenz zu starker Säure.

Diese im Pflanzenreich an sich ungewöhnliche Reaktion, auf reicherem Boden schlechtere Qualität zu erzeugen, führte dazu, dass man Carignan lange für eine minderwertige Rebsorte hielt oder zumindest für einen Wein, den man nur im Verschnitt mit anderen Traubenarten benutzen konnte. Andererseits wollte man auch nicht auf ihre guten Eigenschaften verzichten: ihre schöne, dunkelrote Farbe, die sich bei der Mazeration auch auf andere Trauben überträgt und ihr starkes Tannin, das geschmacklich Probleme bereiten kann, doch dazu beiträgt, dass der Wein lange langerfähig ist.

Ein anderes Problem, das ausschließlich die Weinberge in kälteren Gegenden - das heißt außerhalb des Mittelmeereinflusses - betrifft, ist die späte Reife der Carignan-Traube. Im Gegensatz zu anderen Rebsorten beginnt ihr Zyklus erst spät im Jahr, das heißt nicht vor Mitte Juni. Dadurch kann ihr zwar Frühlingsfrost nichts anhaben, sie ist aber dem ersten Frost im Herbst ausgesetzt. Die Kälte zerstört vielleicht nicht die Ernte, aber sie hat einen großen Einfluss auf die Qualität des Weines.

So kommt es, dass erst die Experimentierlust der jüngsten Winzergeneration des Languedoc die Qualitäten des Carignan als sortenreiner Wein aufdeckte. Der typisch trockene und karge Boden im Süden Frankreichs und die garantiert frostlosen Herbsttage lassen die Trauben voll ausreifen und ihr Aroma entwickeln, das heißt den fruchtigen Geschmack, den man ihnen so lange abgesprochen hat. Ein gut ausgereifter Carignan erinnert an rote Waldfrüchte, Pflaumen, Edelgewürze und die Düfte der südlichen Heidelandschaft. Keltert man die Trauben als Roséwein, so gewinnt man einen ausdrucksstarken, angenehmen Fruchtgeschmack.

Um einen guten Carignan zu erhalten, muss der Winzer auch auf das Alter der Weinstöcke achten. Denn wenn die ausgereiften Trauben einer jungen Pflanze auch schon den typischen Fruchtgeschmack entwickeln, so ist das Tannin doch noch sehr bitter und der Wein hat einen hohen Säuregehalt. Mit den Jahren entwickeln sich diese Eigenschaften jedoch zurück, und mit dreißig bis fünfzig Jahren, wenn die Weinstöcke „erwachsen“ sind, dominiert der Fruchtgeschmack. - Dies ist einer der Gründe, warum die Weinmacher aus dem Languedoc einen so guten Carignan keltern: viele Carignan-Weinberge wurden hier schon in den 1950er oder 60er Jahren angepflanzt und sind inzwischen im „besten Alter“.  

Um die Nachteile zu junger Weinstöcke oder aus Klimagründen schlecht ausgereifter Trauben zu kompensieren, hat man Carignan lange in Cuvées benutzt. Syrah, Grenache oder auch Cinsault - vor allem für den Roséwein - gelten als ausgezeichnete Rebsorten, um das starke Tannin und den hohen Säuregehalt von zu jungen Carignan-Pflanzen oder schlecht ausgereiften Trauben zu überdecken. In Verbindung mit Grenache gibt Carignan einen feinen, eleganten Wein, mit Syrah wird er fruchtig und aromatisch.

Ein berühmter Wein, der schon immer von der Qualität des Alterungsprozesses des Carignan profitiert hat, ist der spanische Rioja. Doch man findet die Carignan-Traube auch in den Cuvées der korsischen Weine, unter anderem in Ajaccio oder Calvi, im Faugères, wo sie, zum Beispiel in einer hervorragenden AOC-Cuvée von Mas Onésime, bis zu 45 Prozent ausmacht, sowie in etlichen Languedoc-Weinen, wo das Weingut VillaTempora 40 Prozent Carignan mit Syrah und Grenache verschneidet, um seinen ausgezeichneten Rotwein „Villa Tempora“ zu keltern.

Doch Carignan wird auch in anderen französischen Weingegenden nicht verschmäht. So verwendet man ihn im Roussillon, in der Provence und sogar im Rhone-Tal, wo er Bestandteil von mehreren geographischen Herkunftsbezeichnungen aus der Gruppe der „Côtes du Rhône Villages“, aber auch von „Côte de Rhone“ und „Beaumes de Venise“ ist.

Mehr Informationen über die Rebsorte Carignan und ihre Geschichte. 
Copyright: Sandra Winters

Mittwoch, 16. April 2014

Weißwein im Languedoc - ein Wein, dessen Ursprungsland man oft vergisst?

Ein Wein, der geographisch oft falsch zugeordnet wird: Weißwein im Languedoc

„Wein aus dem Languedoc?" überlegt die Dame in den Vierzigern, die vorher versichert hat, zu den großen Liebhabern der französischen Weine zu gehören. „Das liegt doch im Süden von Frankreich, am Mittelmeer." Sie denkt noch einen Moment nach. „Ja, davon habe ich gehört. Dort gibt es hervorragende Weine. Rotweine, vor allem. Jetzt erinnere ich mich: Fitou, Faugères, Syrah, Grenache,…“

Als das Team von „Weine in Frankreich“ jedoch nach Weißwein fragt, schüttelt sie den Kopf. „Nein, Weißwein gibt es da unten nicht, oder jedenfalls nur sehr wenig.“

Nicht alle deutschen Weinliebhaber lehnen die Existenz von Weißwein im Languedoc so kategorisch ab wie die befragte Dame - doch viele sind überzeugt, dass Weißwein in dem Weingebiet Südfrankreich zumindest keine große Rolle spielt. 60 Prozent der Befragten sind der Meinung, Weißwein würde vor allem in den nördlichen Provinzen Frankreichs gedeihen.

Erstaunliche Bilanz - denn im Languedoc-Roussillon wachsen 149 verschiedene Weißweine, deren Qualität es durchaus mit den bekannteren Rotweinen aufnimmt. Allen voran der Süßwein, der Vin doux naturel, der in die ganze Welt exportiert wird… und trotzdem oft nicht mit seinem Herkunftsgebiet, dem Languedoc-Roussillon, in Verbindung gebracht wird.

Aber der Süßwein ist nicht der einzige Weißwein aus dem Languedoc. Der Clairette du Languedoc ist ein anderes Beispiel eines bekannten Weines, der von vielen Weinliebhabern mit anderen Gegenden identifiziert wird. Dieser Weißwein hat die Besonderheit, nur eine einzige Rebsorte zu enthalten, die in einem sehr begrenzten Gebiet wächst, das nur 275 Hektar umfasst und dessen Zentrum die kleine Stadt Adissan ist, im Norden von Béziers und Pézenas. In diesem Gebiet wird auch der Rancio-Wein hergestellt, ein sehr spezieller Weißwein, der aus überreif geernteten Trauben gekeltert wird.

Die Qualität der Weißweine von Collioure, auch ein Gebiet, das vorwiegend für seinen Rotwein bekannt ist, wird oft mit der von Châteauneuf-du-Pape verglichen - nur dass sie der Collioure einen etwas niedrigeren Alkoholgehalt hat. Sein Hauptbestandteil ist Weißer Grenache - Grenache blanc - der an heißen Sommerabenden als Erfrischungsgetränk genossen wird.

Andere Rebsorten die im Languedoc als Weißwein gekeltert werden sind Viognier - der oft zum sortenreinen Wein verarbeitet wird, Chardonnay, Roussanne und Gelber Muskateller.
Copyright: Sandra Winters

Montag, 9. Dezember 2013

Grenache und Syrah, Biowein aus Languedoc

Cuvées aus Languedoc: Grenache und Syrah als Biowein

Auch wenn etliche Vertreter der neuen Generation der Winzer aus Languedoc sich für sortenreinen Wein entschieden haben, so gibt es doch andere - sehr oft auch im Bereich des Bioweins aus Languedoc - die das Verschneiden verschiedenen Rebsorten zur Kunst erhoben haben, die sie als Ausdruck ihrer selbst und ihrer Erde empfinden. Eine beliebte Cuvée aus dem Languedoc, die oft auch als roter Biowein gekeltert wird, besteht aus Grenache und Syrah.

Die Hersteller von Biowein im Languedoc zögern nicht, Syrah. als sortenreinen Wein zu keltern. Seine Qualitäten sprechen jedoch auch dafür, ihn in Assemblage zu benutzen: sein aromatisch-fruchtiger Geschmack, sein Bukett, das nach Brombeeren und Heidelbeeren duftet und nicht zuletzt seine lange Lagerfähigkeit kann die Beschaffenheit einer Cuvée nur verbessern. Verschneidet man ihn jedoch mit Grenache, kann man mit einer fast idealen "Ehe" rechnen...

Auch wenn ein Grenache-Biowein aus dem Languedoc nicht so teuer ist wie ein Châteauneuf-du-Pape - einige dieser Edelweine benutzen bis zu 80 Prozent Grenache - wo eine Flasche auf der Basis von Grenache schon den stolzen Preis von 600 € erzielte, so hat die Rebsorte doch Qualitäten, die einer Cuvée zugute kommen. Der einzige Nachteil ist ihre lange Reifezeit: dies ist der Grund, warum Grenache zwar weltweit angepflanzt wird, doch nicht überall als Edeltraube angesehen wird. Nur der Süden mit seiner starken Sonneneinstrahlung, seinem warmen Frühling und der lang anhaltenden Hitze im Herbst erlaubt der Rebe, vollkommen auszureifen und ihre ganze Süße zu entwickeln - auf diese Weise wird die lange Reifezeit, die in nördlicheren Gebieten als Nachteil angesehen wird, im Languedoc zum echten Vorteil.

Dabei ist es überaus günstig, dass die Weinstöcke der Grenache-Trauben aus starkem Holz bestehen und auch unter starkem Wind nicht brechen - denn sonst hätte die lange Reifezeit auch im französischen Süden Probleme bereiten können: es wird im Languedoc zwar früh warm und die Wärme hält bis spät in den Herbst an, doch man muss in diesen Jahreszeiten mit extrem starken Winden rechnen, dem Tramontane und dem Mistral, die schon so manchen Obstbaum und so manchen Weinstock umgebrochen haben. Ein Wein mit kürzerer Reifezeit ist diesen Winden weniger ausgeliefert.

Ein gut ausgereifter Grenache kann bis zu 15 Prozent Alkoholgehalt entwickeln - eine der Qualitäten, die sie zu einem ausgezeichneten Partner von Syrah werden lässt. Grenache hat nur einen "optischen Schönheitsfehler": er wird nicht sehr farbig. Ein Rotwein aus Grenache schmeckt zwar wie ein hervorragender Rotwein, doch er sieht nicht unbedingt so aus - er erinnert manchmal an einen etwas dunkleren Rosé. Doch zusammen mit Syrah und seinem tiefen Dunkelrot wird auch dieser kleine Fehler behoben.

Im Gegensatz zu Syrah, der ein gut ausgewogenes Tannin aufweist, verfügt Grenache nur über einen sehr schwachen Tannin-Gehalt, der jedoch mit dem Alter ansteigen kann. Dieser geringe Tannin-Gehalt zusammen mit dem hohen Zuckeranteil, der sich in der langen Reifezeit bildet - und dem daraus entstehenden hohen Alkoholgehalt - eignet sich Grenache auch hervorragend für eine Cuvée von Süßwein, dem Vin doux naturel. Aus dem gleichen Grund wird er in dem Gebiet von Clairette du Languedoc auch gerne für Rancio-Wein verwendet.
Copyright: Sandra Winters

Dienstag, 3. Dezember 2013

Französischer Wein: Wein aus Languedoc

Was halten die Kölner von französischem Wein aus Languedoc?

Mittag im Herzen von Köln, an einem ganz normalen Werktag, auf einem der zahlreichen Weihnachtsmärkte der Stadt. Viele Leute haben es offenbar eilig, doch sie nehmen trotzdem den Weg über den Markt, vielleicht um sich an der festlichen Atmosphäre zu erfreuen. Andere lassen sich Zeit, bummeln von Stand zu Stand, trinken einen heißen Kakao oder einen Glühwein. Es ist kalt, aber das muss so sein, vor Weihnachten.

Das Team von Weine in Frankreich erfreut sich auch an der Weihnachtsstimmung. Aber es ist vor allem gekommen, um mit den Leuten auf dem Markt zu reden: über französischen Wein und, vor allem, über Wein aus Languedoc.

Denn jeder in Köln kennt wohl französischen Wein, Bordeaux, Burgunder... Aber wer kennt den Wein aus Languedoc? Er wird zwar innerhalb Frankreichs immer bekannter und verliert langsam seinen alten Ruf, keine sehr große Qualität zu haben - auch wenn ein Ruf festklebt selbst wenn er schon lange nicht mehr der Wahrheit entspricht - so ist er außerhalb  des Landes doch noch nicht sehr bekannt.

"Wein aus Languedoc?", reagiert auch gleich ein Mann in den Fünfzigern, der, wie er erklärt, in seiner Mittagspause gern über den Weihnachtsmarkt schlendert. "Wo liegt denn das?" Das Team von "Weine in Frankreich" gibt ihm einige Stichworte: Frankreich, Mittelmeer, Montpellier. "Ah", sagt darauf der Herr, "ja, ich weiß, wo Montpellier liegt. Klar, dort gibt es ja auch Wein. Und ich habe auch schon welchen getrunken, dort, auf einer Autobahnraststätte." Und wie schmeckte ihm dieser Wein? "Ich erinnere mich nicht mehr."

Der nächste Befragte, ein Mann etwa zehn Jahre jünger als sein Vorgänger, weiß immerhin schon, dass es Weine aus Languedoc gibt. "Ja, französische Weine", seufzt er genießerisch. "Die sind schon gut. Nichts wiegt einen guten Bordeaux auf, Latour oder Mouton Rothschild." Hat er denn schon Wein aus Languedoc gekostet? - Er schüttelt den Kopf. "Nein. Ich trinke nur so richtig guten Wein."

Er wird auch gefragt, woher er denn wisse, dass Languedoc-Wein kein so "richtig guter" französischer Wein sei, wenn er ihn noch nicht gekostet hätte. Doch er zuckt nur mit den Achseln und wiederholt: "Ich trinke nur guten Wein."

Eine etwas jüngere Frau kennt sich dagegen aus. "Ich habe eine Freundin in der Nähe von Montpellier", erzählt sie, "die besuche ich hin und wieder. Und bei ihr gibt es sehr guten Wein, Pic Saint Loup, Chardonnay, Saint-Chinian..." Und auf die Frage, welches ihr französischer Lieblingswein sei, antwortet sie: "Oh, das kann man schlecht sagen. Sie sind so unterschiedlich. Und so viele sind so gut."

Ein Mann, ebenfalls in den Fünfzigern, ist Experte. "Ja, ich kenne den Wein aus Languedoc. Sogar sehr gut. Es gibt dort einige Spitzenweine, die es mit jedem anderen französischen Wein aufnehmen können. Außerdem sind sie billiger als Burgunder-Weine oder Weine aus dem Elsass. Oder natürlich Bordeaux. Ich meine, ihr Preis-Leistungsverhältnis ist weitaus besser. Aber das wird nicht lange so bleiben", fügt er hinzu, "noch kennt kaum einer den Wein aus Languedoc und man muss keinen großen Namen bezahlen. Aber in einigen Jahren wird dieser Wein bekannt sein, und dann wird er genauso teuer, wie andere französische Weine."

Eine Frau in seinem Alter hat auch schon Languedoc-Wein getrunken. "In den Ferien", erklärt sie, "fahren wir öfter nach Südfrankreich. Dort ist die Küste nicht ganz so touristisch wie in Spanien. Und ich kann mein altes Französisch ein bisschen aufpolieren." Dort hat sie auch den Wein aus Languedoc gekostet. "Ich mag ihn gern", sagt sie, "er schmeckt so angenehm fruchtig und erinnert an das Mittelmeer. Aber das liegt ja vielleicht auch an der Ferienstimmung. Hier trinke ich nur selten Wein..."

Ein Student - etwa 25 Jahre alt - macht genießerische Augen. "Oh ja, wir trinken oft Rotwein aus Languedoc. Fougères. Oder Pic Saint Loup. Er ist sehr gut." Und trinkt er auch Weiß- oder Rosé-Wein aus dem Languedoc? "Rosé? Weißwein? Keine Ahnung. Ich dachte, am Mittelmeer gäbe es nur Rotwein."

Insgesamt kannten etwa 45 Prozent der Befragten den Wein aus Languedoc zumindest vom Hörensagen, etwas über 35 Prozent hatte ihn schon gekostet. Fast alle waren sich einig, dass er sehr gut schmeckt, doch etwa die Hälfte behauptete, es gäbe in Frankreich noch weitaus bessere Weine, aber die wären in der Regel unerschwinglich.
Copyright: Sandra Winters

Donnerstag, 28. November 2013

Syrah im Languedoc - ein "neuer" Wein

Die neue Winzergeneration: Syrah als sortenreiner Wein im Languedoc

Sicher ist schon mal, dass Syrah nicht aus dem Languedoc stammt. Obwohl keiner etwas Genaues über die Herkunft der Rebe zu wissen scheint, neigen die Wissenschaftler immer mehr dazu, ihre Herkunft im Rhone-Tal zu situieren. Nach verschiedenen Gen-Untersuchungen geht man davon aus, dass sie eine natürliche Kreuzung aus der Dureza-Rebe und der Mondeuse blanche ist. Während Mondeuse blanche, eine weiße Rebe, aus den Savoyen stammt, kommt Dureza aus der Region Ardèche, das heißt, dass der Ursprung beider Vorfahren der Syrah im Rhone-Tal zu suchen ist.

Beide Rebsorten sind heute eher rar, und Dureza ist quasi nur noch an Orten zu finden, wo man sich auf die Erhaltung alter Rebsorten spezialisiert hat. Einer dieser Weingärten, dem man das Ûberleben so mancher Rebsorte verdankt, liegt in der Hauptstadt des Languedoc, Montpellier, wo man sich auch um die Pflanzung und Erhaltung der Dureza-Trauben kümmert.

Man kann also nicht sagen, dass Syrah ins Languedoc "zurückgekehrt" sei, doch sie hat dort eine neue Heimat gefunden. Und im Gegensatz zu anderen Orten in Frankreich, wo sie ebenfalls gut gedeiht, wird sie im Languedoc seit einigen Jahren in ihrem vollen Wert geschätzt: das Languedoc ist eines der wenigen Gebiete der Welt, wo Syrah sortenrein verarbeitet wird.

Abgesehen von dem berühmten Rotwein Cornas, der ausschließlich aus Syrah besteht, wurde die Rebsorte in Frankreich bisher in der Regel nur in Assemblages verwendet. Sie bildet einen wichtigen Bestandteil von großen Weinen wie Hermitage oder Châteauneuf-du-Pape oder allgemein von den Weinen der Corbières oder den Côtes-de-Roussillon.

Der Grund der Beliebtheit von Syrah liegt auf der Hand. Der Wein verfügt über ein gut strukturiertes Tannin und garantiert die lange Lagerfähigkeit der Cuvée. Außerdem gibt die Syrah-Traube dem Wein ein angenehmes Bukett, das an blühende Sommergärten, an Brombeeren und Heidelbeeren erinnert. Sein Geschmack ist aromatisch und gleichzeitig fein und würzig. Im Alter kommt ein Duft nach Trüffeln und Leder dazu.

Seit einiger Zeit hat der Syrah aus dem Languedoc jedoch eine andere Bestimmung: er wird sortenrein gekeltert. Etliche Vertreter der neuen Winzergeneration aus dem Languedoc haben beschlossen, den feinen aber starken Geschmack und seine Fähigkeit, gut zu altern, noch mehr herauszuarbeiten und mit keinerlei Eigenheiten anderer Reben zu vermischen.

Die Idee einer sortenreinen Verwendung des Syrah im Languedoc ist praktisch gut durchführbar. Ihre Rebstöcke blühen relativ spät, sind also nicht dem Frühjahrsfrost ausgesetzt, der im Languedoc zwar höchst selten ist, aber doch hin und wieder auftreten kann. Das Klima im Süden Frankreichs bildet jedoch keinerlei Problem für die späte Reife: im Languedoc bleibt es warm bis spät in den Herbst hinein, die Weinlese kann also unter besten Bedingungen stattfinden.

Syrah gehört allerdings zu den Rebsorten, deren Produktion nicht ins unermessliche zu steigern ist. In der Regel kann man nicht mit mehr als 40 Hektolitern auf ein Hektar rechnen. Doch dies ist kein Hindernis für die neue Winzergeneration aus dem Languedoc, die nicht an Quantität, sondern ausschließlich an Qualität interessiert ist.

Ein Grund, der in früheren Zeiten die Produktion von Syrah einschränkte war die Anfälligkeit der Rebe auf die Chlorose, eine Weinkrankheit, die von Magnesium-Mangel zeugt und die Blätter gelb färbt. Doch inzwischen hat man entdeckt, dass die Chlorose bei der Syrah nur auftritt, wenn bestimmte Wurzelstöcke verwendet werden. Dank dieser Entdeckung steht der Anpflanzung von Syrah im Languedoc nichts mehr im Wege.
Copyright: Sandra Winters

Dienstag, 5. November 2013

Merlot, sortenreiner Wein im Languedoc

Wie Merlot vom traditionellen verschnittenen Wein im Languedoc zum sortenreinen Wein wurde


Wie Merlot vom traditionell verschnittenen Wein im Languedoc zum sortenreinen Wein wurde. Das erste, was bei der Rebsorte Merlot auffällt, ist ihre schöne, tief dunkelrote Robe. Die Romantiker unter den Weinliebhabern meinen, ihr Name hinge mit ihrer Farbe zusammen und enthielte eine Anspielung auf das dunkle Kleid der Amseln - Merlot heißt "kleine Amsel" in okzitanisch, der Sprache des Languedoc. Andere, weniger romantische Kenner der Weine behaupten, man hätte der Rebe ihren Namen gegeben, weil die Vögel so gern an ihren Trauben pickten...

Jedenfalls unterstützt der Name die Theorie, dass Merlot ursprünglich aus dem Languedoc stammt. Die erste offizielle Nennung der Weinrebe erfolgte jedoch im 18. Jahrhundert in der Region von Bordeaux, wo Merlot-Wein eine seiner ersten Auszeichnungen erhielt.

Traditionell wird Merlot in Frankreich mit verschiedenen anderen Weinen verschnitten, in Bordeaux zum Beispiel vorwiegend mit Cabernet Sauvignon, der oft ein sehr starkes Tannin entwickelt, das durch Merlot, das heißt durch seinen niedrigen Tannin-Gehalt und der dünnen Haut der Trauben, verfeinert werden kann. Dazu kommt, dass Merlot den Weinen eine sattere rote Farbe verleiht.

Ein anderer interessanter Charakterzug von Merlot ist, dass er nicht nur früh reif wird, sondern auch schnell überreif. Wenn man ihn eher ein wenig zu früh einbringt, bleibt die natürliche Säure des Weines erhalten - was zum Beispiel einen wichtigen Geschmacksfaktor in den Weinen von Château Pétrus ausmacht. Andere Weinproduzenten ziehen es jedoch vor, die Traube überreif werden zu lassen, damit sie ihren fruchtigen Geschmack voll entwickeln kann. Dieser Unterschied in der Zeit der Weinlese ist eins der "Geheimnisse" der unterschiedlichen Geschmäcker von Merlot.

Während man in Frankreich weitgehend auf die Tugenden des "puren", das heißt unverschnittenen, Merlot verzichtet hat, war es in einigen anderen Ländern üblich, ihn als sortenreinen Wein zu behandeln. Kalifornien gehörte zu den Weinbauländern, in denen Merlot lange nur sortenrein gekeltert wurde - bis Warren Winiarski auftauchte.

Nach Studien an der Universität von Chikago und in Italien hatte sich der junge Warren Winiarski davon überzeugt, dass ihn die Wissenschaft nicht wirklich fesseln konnte. Was ihn interessierte und faszinierte war der Weinbau. So ließ er seine Studien schließlich fallen und begann, in bekannten Weingütern zu arbeiten. Mit 42 kaufte er sich dann sein eigenes kleines Weingut und bepflanzte es mit Cabernet Sauvignon und Merlot, die er miteinander und mit der in Kalifornien üblichen, einheimischen Rebsorte Petite Sirah verschnitt.

Der Erfolg ließ nicht auf sich warten, und schon sechs Jahre nach dem Kauf seines Weinguts wurde seine Produktion beim berühmten Pariser Wein-Wettbewerb ausgezeichnet. Sein Sieg brachte ihm zwar viel Ärger mit seinen französischen Kollegen ein, die einfach nicht einsehen wollten, dass ein kalifornischer Wein besser sein könnte als ein französischer, doch er überzeugte auch seine kalifornischen Winzerkollegen, dass ein Verschnitt mit Merlot eine gute Idee sein könnte. - So wurde auch in Kalifornien quasi kein sortenreiner Merlot-Wein mehr produziert.

In Frankreich blieb man der Tradition eines verschnittenen Merlot mehr oder weniger treu, bis die junge Generation der Weinmacher aus dem Languedoc auftauchte. Die Jungwinzer waren auf der Suche nach etwas Neuem oder, zumindest, nach etwas, das nicht zu den üblichen Traditionen gehörte. Die niedrige Quantität der Weine im Languedoc nach der Phylloxera hatte sie überzeugt, auf Qualität zu setzen, und nicht auf Quantität. Dazu kam 2004 die Umbenennung von Coteaux de Languedoc zu AOC Languedoc und die Verschärfung der Regeln der AOC-Weine.

Auf der Suche nach anderen Wegen - das heißt auf Wegen, die zu einem guten, qualitativen Wein führen, auch wenn er nicht unbedingt den Normen der AOC entspricht - wurde der sortenreine Merlot wieder entdeckt. Seitdem produzieren viele junge Winzer aus dem Languedoc einen Wein, der alle Tugenden des Merlot in sich vereint: die dunkelrote Robe, sein fruchtiges, weiches Tannin, das sich bei den Merlot-Reben aus warmen Gebieten wie dem Languedoc noch stärker bemerkbar macht als in Regionen wie Bordeaux, wo der Wein mehr Wasser und weniger Sonne genießt.

Copyright: Sandra Winters

Montag, 4. November 2013

Coteaux de Languedoc oder AOC Languedoc - was ist der Unterschied?

AOC Languedoc vs. Coteaux de Languedoc: Mehr Vielfalt und mehr Qualität?

Auf den ersten Blick gibt es - fast - keinen Unterschied. Die Bezeichnung "Coteaux de Languedoc" wurde 2007 von "AOC Languedoc" abgelöst, in die zusätzlich zu den traditionellen Languedoc-Weinen noch die Weine aus Roussillon eingegliedert wurden. Coteaux de Languedoc wurde eher als regionale Herkunftsbezeichnung betrachtet, während AOC Languedoc mehr oder weniger das ganze französische Mittelmeergebiet einschließt - was das Gebiet der AOC Languedoc zu der größten Weinregion Frankreichs machte. Ein Drittel aller französischen Weine werden inzwischen im "Großraum" Languedoc produziert.

Die Vielfalt der Weine, die als AOC Languedoc bezeichnet werden, ist also höher als die der ursprünglichen Coteaux de Languedoc. Die bekannten Weine aus Collioure, die auf Abhängen über dem Meer wachsen, die Côtes du Roussillon et Côtes de Roussillon Village fehlen in der Herkunftsbezeichnung Coteau de Languedoc.

Diese Umbenennung hat auch für einige Weine außerhalb des Roussillon Konsequenzen nach sich gezogen. So wurde, was eigentlich sehr selten der Fall ist, ein recht klassischer AOC - der Costières de Nîmes AOC - aus den AOC Languedoc ausgegliedert und zu den AOC Côte-de-Rhone gezählt. Das offizielle Argument, warum die Winzer der Costières de Nîmes AOC aus dem Gebiet Languedoc-Roussillon austreten wollten, hatte mit ihrer Art der Weinfabrikation zu tun. Sie meinten, dass sich ihre traditionelle Verarbeitung der Syrah- und Grenache-Trauben nicht mit den neuen Regeln des AOC Languedoc vertragen würde. Weinkenner behaupten jedoch, sie hätten es ganz einfach vorgezogen, zu der international bekannten Bezeichnung des AOC Côte-de-Rhone zu gehören, als zu einem Label, das zu dieser Zeit seinen Weg zum Ruhm noch mehr oder weniger vor sich hatte.

Bisher ist diese Änderung der Zugehörigkeit von Costières de Nîmes AOC allerdings noch nicht so bekannt, dass sie in alle Veröffentlichungen aufgenommen wäre. So finden wir ihn oft noch in den Listen der Weine von AOC Languedoc.

Aber auch andere Weine passen nicht mehr so recht in diesen Überbegriff AOC Languedoc, der durch seine geografische Ausdehnung zu viele unterschiedliche Weine vereint. Deshalb wurden etliche Unterbezeichnungen gegründet, von denen jedoch einige in absehbarer Zeit eigene AOC-Label kriegen könnten, das heißt ganz aus der Bezeichnung AOC Languedoc ausscheiden würden. Dazu gehören zum Beispiel Montpeyroux, Picpoul de Pinet oder Pic Saint-Loup.

Die Frage, ob der Übergang von Coteaux de Languedoc zu AOC Languedoc die Vielfalt des südfranzösischen Weingartens eher gefördert oder gemindert hätte, ist schwer zu beantworten. Zuerst einmal, weil es sich an sich um einen rein administrativen Akt handelt. Die Aufnahme der Roussillon-Weine hat die Vielfalt sicher erhöht, die Regeln der Zugehörigkeit zu der Herkunftsbezeichnung jedoch noch mehr "verallgemeinert" als sie es vorher schon waren - was dazu geführt hat, dass einige geografisch kleinere Weine die Bedingungen des Labels nicht mehr unbedingt erfüllen und, wenn sie stark genug vertreten sind, eigene AOC-Gruppen bilden oder aber aus der Herkunftsbezeichnung aussteigen müssen.

Diese Erschwerung, einen lokalen Wein den neuen Regeln des AOC Languedoc zu unterwerfen, trug sicher auch zu der neuen Bewegung innerhalb der Gruppe der Jungwinzerbei, ganz auf ein Label zu verzichten und stattdessen völlig neue Wege zu gehen, sich zum Beispiel den Bioweinen oder der Produktion von sortenreinen Weinen zuzuwenden, mit Rebsorten, die im Languedoc traditionell nie sortenrein verarbeitet worden sind. Setzt man diese Entwicklung in Zusammenhang mit der Änderung der Herkunftsbezeichnung - eine Theorie, der viele Weinkenner folgen - so verdanken wir ihr ohne Zweifel die Entstehung einer neuen Generation von Languedoc-Wein mit hoher Qualität.
Copyright: Sandra Winters

Freitag, 25. Oktober 2013

Biowein aus dem Languedoc: Umfrage

Was halten die Bewohner des Languedoc von Biowein?

Nach Statistiken und Artikeln in der Fachpresse wird Biowein in Frankreich immer beliebter. Doch Weine in Frankreich wollte wissen, was die Leute auf der Strasse von ihm halten, Leute, die ohne jedes spezielle Kriterium ausgewählt wurden. Eine Umfrage in Montpellier.

"Biowein?", wiederholt die Dame um die 50 die Frage von Weine in Frankreich. "An sich trinke ich wenig Wein, nur mal mit Freunden. Und ich kenne mich nicht sehr gut aus. Aber ich denke doch, dass Biowein gesünder ist als anderer Wein."

Die Frage der Gesundheit interessiert auch einen Herrn um die 40. "Hin und wieder trinke ich Wein aus biologischem Anbau. Aber nur selten. Ich sollte vielleicht nur Biowein trinken, meine Frau hat mal davon gesprochen, sie sagt, er hätte weniger Schadstoffe. Aber er ist einfach zu teuer."

"Unterm Strich ist Biowein nicht teurer als anderer Wein", protestiert eine Engländerin, die, wie sie sagt, seit einer "Ewigkeit" in Frankreich lebt, französischen Wein liebt und ihn sehr gut kennt. Sie ist ein wenig ärgerlich über die etwas provokative Frage von Weine in Frankreich. "Wenn man ihn mit billigem Kaufhausfusel vergleicht, dann ist er natürlich teurer. Aber wer einen guten Wein trinken will, muss immer etwas mehr ausgeben. Nur - ein guter 'chemischer' Wein kommt meist aus einem der großen Châteaux, wo man nicht den Wein, sondern den Namen zahlen muss. Der Biowein dagegen wird auf kleinen Weingütern produziert, die weitaus billiger sind als die großen Châteaux, aber geschmacklich haben sie die gleiche Qualität - oder sogar eine bessere. Und folglich kann man sagen, dass ein guter Biowein eher billiger ist als ein guter herkömmlicher Wein."

Ein Mann Ende 20 ist nicht der gleichen Meinung. "Lassen Sie mich mit dem Quatsch in Ruhe. Ich hab kein Geld für so Geschichten wie Biowein." - Die junge Frau an seiner Seite scheint allerdings nicht mit ihm einverstanden zu sein. "Wie kannst du so etwas sagen...", hört man ihre vorwurfsvolle Stimme bevor ihr Begleiter sie wegzieht.

Doch auch andere Bewohner von Montpellier wollen keinen Biowein. "Zu teuer", ist ein häufiger Kommentar, "Kenne ich nicht", "Interessiert mich nicht" oder auch: "Das ganze Gerede von der Gesundheit dient doch nur dazu, noch mehr Geld zu machen. Wenn der normale Wein nicht gesund wäre, dann wären wir doch alle längst krank... Und verboten wäre er auch."

Eine junge Frau von höchstens 25 Jahren scheint besser informiert zu sein. "Biowein schmeckt gut, schützt die Umwelt und schafft Arbeitsplätze." Die Arbeitsplätze interessieren auch eine andere Dame, vielleicht 10 Jahre älter als ihre Vorgängerin. "Heute redet doch jeder von Arbeitsplätzen. Die biologische Landwirtschaft - Wein, Gemüse, Obst... - schafft Arbeitsplätze. Man müsste sie nur mehr unterstützen, zumindest am Anfang, damit sie wirklich Fuß fassen kann. Aber unsere Regierung zieht vor, den Kauf von landwirtschaftlichen Maschinen und chemischen Düngemitteln zu unterstützen anstatt Arbeitsplätze zu schaffen. Denn biologische Landwirtschaft ist großteils Handarbeit. Da stehen noch viele Leute auf den Feldern und kümmern sich um den Wein und nicht nur ein einziger, der auf seinem Traktor sitzt und Gift verspritzt, das ihn selber krank macht."

Ein Herr um die 50 seufzt, als er die Frage nach dem Biowein hört. "Natürlich ist Biowein besser als anderer Wein, in jeder Hinsicht. Aber es wird wohl noch lange dauern, bis die Leute das verstehen. Die Gegenpropaganda ist einfach zu stark, die Vorurteile sind zu groß."
Copyright: Sandra Winters

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Weißwein aus Languedoc: Picpoul de Pinet

Ein ganz spezieller Weißwein aus dem Languedoc, Lieblingswein von Napoleon III - Picpoul de Pinet

Stellen wir uns eine riesige Ebene vor, von der Sonne überflutet. In der Ferne ein paar Häuser, ein Dorf, das sich im Sommerlicht spiegelt. Doch die Häuser scheinen klein, unbedeutend, in der Unermesslichkeit von Grün, das sie umgibt. Wein, so weit das Auge reicht, hin und wieder von einigen Pinien oder Obstbäumen unterbrochen, einer Hecke, die die Weinfelder vor dem Wind schützt, und wieder Wein...

Wir sind in der Heimat des Picpoul de Pinet, der größten Region für Weißwein im ganzen Languedoc, im Dreieck zwischen Agde, Pézenas und Sète, nahe dem Étang de Thau. Denn auch wenn der Süden von Frankreich mehr für seine Rotweine bekannt ist, so hat er doch auch sehr spezielle Weißweine zu bieten.

Picpoul de Pinet aus dem Languedoc ist einer dieser speziellen Weißweine. Davon waren sogar die Römer schon überzeugt, denn gewisse Hinweise in alten Schriften weisen darauf hin, dass Picpoul de Pinet schon seit über 2000 Jahren bekannt ist. Zur Zeit von Napoleon III galt er als ein Wein, der "in der Mode" war, und man erzählt, dass der Kaiser, als er großzügig die Hochzeit der Tochter des Leibarztes seiner Gattin vorbereitete, einen einzigen Weißwein gewählt hätte: Picpoul de Pinet aus dem Languedoc. Und ein gewisser Professor Foex, Wissenschaftler und Weinsachkundiger, soll den Picpoul 1886 zum besten Wein von Südfrankreich erklärt haben.

Seit Napoleons Zeiten gingen die Weingüter natürlich von Hand zu Hand. Sie wurden vererbt, verkauft und neu zusammengesetzt, wie überall. Doch im Gegensatz zu anderen traditionellen Weingebieten findet man um Pinet herum noch Weinparzellen, deren Ausdehnung und Lage sich seit über 1000 Jahren nicht verändert hat.

Dagegen waren die Bestimmungen, wie Picpoul de Pinet produziert werden soll, zu alten Zeiten noch weniger ausgefeilt. Er war schon immer ein sortenreiner Wein: ausschließlich Picpoul oder Picapoll oder Avillo oder Piquepoule blanc, oder wie auch immer die Weinrebe im Laufe der Zeit genannt wurde, durfte je zu Picpoul de Pinet verarbeitet werden.

Doch später wurde Picpoul de Pinet immer mehr "institutionalisiert". 1923 gründeten 53 Weinbauern der Gegend ihre erste Kooperative. 1947 erhielt der Wein sein erstes Label, "Appellation d'Origine Vin délimité de Qualité supérieure" (VDQS), was nicht nur bedeutet, dass Picpoul de Pinet ab sofort eine offiziell festgelegte Qualität - eine hohe Qualität - haben musste, sondern dass er aber diesem Zeitpunkt auch nur in bestimmten Gebieten produziert werden durfte. Kein Weingut, das außerhalb dieses Gebietes liegt - auch wenn es in allen anderen Punkten den Bedingungen des Picpoul de Pinet entspricht - durfte seit dieser Entscheidung den Namen des Weines benutzen.

2013 bekam Picpoul de Pinet schließlich die höchste Auszeichnung: er bekam sein eigenes AOC-Label und wurde unabhängig von AOC Languedoc.

Interessant für die Liebhaber von Picpoul de Pinet ist der Unterschied zwischen der nördlichen und der südlichen Region. Schon zu alten Zeiten wurden die beiden Gebiete von der Römerstrasse Via Domiciania getrennt, die ungefähr der heutigen Autobahn entsprach. Im Norden dieser Strasse herrscht vor allem Garrigue, vorwiegend niedrige Trockenpflanzen. Der Wein, der in diesem Gebiet wächst, erhält viel Sonne und Wärme, doch wenig Wasser, was zur Folge hat, dass sein Tannin stärker ausgeprägt ist.

Im Süden dagegen ist das Klima weitaus sanfter. Der Mittelmeereinfluss macht sich hier bemerkbar, mit der Feuchtigkeit der sommerlichen Morgennebel und einer sanften Brise, die selbst die Sommerhitze erträglich macht. Der Picpoul des Südens erhält etwas mehr Wasser als der Nordwein und entfaltet sich in einer Frische, die ihn manche Jahre fruchtiger werden lässt.
Copyright: Sandra Winters

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wein aus Languedoc: die Ideen der Jungwinzer

Die "neuen" Winzer aus Languedoc: selbst mit anpacken

Sie sind relativ neu im Weingeschäft, doch oft sind sie nicht so jung, wie man glauben möchte: eine neue "Gattung" von Winzern macht sich breit im Languedoc. Einige haben ihre Güter von ihren Eltern geerbt und beschlossen, neue Methoden und, vor allem, neue Ideen in die Produktion ihres Weines einzubringen. Andere dagegen haben vollkommen andere Berufe ausgeübt, jahrelang davon geträumt, Winzer zu werden und ihren Traum schließlich erfüllt - was nicht heißt, dass sie Träumer sind, sondern durchaus realistische Winzer mit Ideen, die teilweise etwas anders sind...

Eines der wesentlichen Kennzeichen der neuen Winzergeneration ist ihr Enthusiasmus. Sie vertreten ihre Weine selbst, besuchen Messen und Volksfeste und werden nicht müde, die Besonderheiten ihrer Weine immer aufs Neue zu erklären. Sie sind stolz auf ihren Wein und seine Qualität. "Ich liebe die Erde, auf der mein Wein wächst", erklärt ein Jungwinzer, als er von Weine in Frankreich befragt wird. Nach 20 Jahren Büroarbeit konnte er endlich seinen Traum vom Weingut im Languedoc erfüllen. "Wenn es ihr nicht gut geht und sie schlechten Wein hervorbringt, das ist es, als ob ich selber etwas Schlechtes zu Stande gebracht hätte. Wer meinen Wein mag, der mag auch mich."

Keiner dieser Winzer würde sagen, dass die finanzielle Seite des Verkaufs ihn nicht interessiert - im Gegenteil, viele Jungwinzer sind gezwungen, so knapp zu kalkulieren, dass ein schlechter Jahrgang alles in Frage stellen würde. Doch Gewinn ist trotzdem nicht der wichtigste Faktor: "Klar muss ich meinen Wein verkaufen, sonst kann ich mich nicht halten. Aber wenn ich die Wahl zwischen Qualität und mehr Geld habe, dann wähle ich Qualität, ohne nachzudenken."

Mit dieser Einstellung passen die Winzer in eine Strömung, die den Wein im Languedoc nach den großen Verlusten durch die Phylloxera ergriff. Jahrhundertelang hatte der Wein aus Languedoc den Ruf, eher auf Quantität zu achten als auf Qualität. Niemand versuchte auch nur, mit Gegenden wie Bordeaux zu konkurrieren, man setzte auf den Käufer von Billigwein, der viel konsumieren aber wenig dafür ausgeben wollte. Nach der Ausrottung ganzer Weingüter durch die Reblaus sah man sich konfrontiert mit der Tatsache, dass es Jahre und Jahrzehnte dauern würde, die Quantität wiederherzustellen. Da begann man, über Qualität nachzudenken...

Mit den Jungwinzern hat sich auch das Berufsbild des Weinbauern im Languedoc geändert. "Mein Vater arbeitete mit lauter Professionellen zusammen", erklärt ein Winzer, der das väterliche Gut, nach mehreren Jahren Studiums der Önologie und Landwirtschaft übernommen hatte. "Sein Verdienst bestand vor allem in der richtigen Auswahl der Leute, die er auswählte. Er war ein guter Manager mit guten Menschenkenntnissen."

Doch Menschenkenntnis ist den modernen Winzern aus dem Languedoc nicht mehr so wichtig. Sie ziehen Weinkenntnis vor. "Um ein guter Winzer zu sein, muss man nicht nur etwas von Önologie verstehen, das heißt, entscheiden können, ob man einen Wein verschneidet oder nicht - und wenn ja, wie -, man muss sich auch mit der Landwirtschaft auskennen, einen Boden untersuchen und beurteilen können und wissen, ob er Zusatzstoffe braucht, um fruchtbar zu sein, man muss sich gegen Schadinsekten wehren können, man muss wissen, wie man seinen Wein vermarktet... und vor allem bereit sein, selber mit anzupacken, überall und in jedem Moment."
Copyright: Sandra Winters

Montag, 21. Oktober 2013

Cabernet-Sauvignon im Languedoc

Ob als Biowein, sortenreiner oder verschnittener Wein, Cabernet-Sauvignon ist "zu Hause" im Languedoc


Wenn man Cabernet-Sauvignon heute in der ganzen Welt kennt, so ist das wieder einmal dem enormen Ruf der Bordeaux-Weine zu verdanken. Denn danke dem Erfolg von Bordeaux wächst die rote Rebsorte inzwischen überall in der Welt, wo Rotwein hergestellt wird, und im letzten Jahrhundert war sie so beliebt, dass sie weltweit als die meist gepflanzte Rebsorte galt - bis 1990, wo sie von Merlot ausgestochen wurde.

Doch es ist nicht ganz falsch, wenn man Cabernet-Sauvignon heute immer noch mit Bordeaux-Wein verbindet - denn der Sud-Westen von Frankreich ist tatsächlich sein Herkunftsort. Im Gegensatz zum Ursprung anderer Weine kann man die Anfänge von Cabernet-Sauvignan sehr gut zurückverfolgen. Denn die Rebsorte ist nicht etwa aus einem wildwachsenden Wein entstanden, wie zum Beispiel der Viognier, sondern aus reinem Zufall. So kreuzte man im 19en Jahrhundert versehentlich den Cabernet franc mit einem Sauvignon blanc... und erhielt die hervorragende Rebsorte, die man ihrer Herkunft zu Ehren Cabernet-Sauvigon nannte.

Doch dies ist eine andere Geschichte. - Eine Frage, die sich Weinliebhaber schon öfter gestellt haben, ist, wie der Unterschied zwischen verschiedenen Weinen aus der gleichen Rebsorte zustande kommt und, vor allem, wie groß er wirklich ist. Wir sehen, zum Beispiel, den Unterschied zwischen einem Condrieu und einem sortenreinen Viognier aus dem Languedoc - was nicht heißen soll, dass das Languedoc nicht hervorragende sortenreine Viognier-Weine aufzuweisen hätte.

So wurde der Unterschied zwischen einem Cabernet-Sauvignon in Bordeaux und im Languedoc vor einiger Zeit von englischen Weinliebhabern getestet. Man ging natürlich davon aus, dass einer der wesentlichen Unterschiede von der Reaktion der Rebsorte auf das Klima verursacht wird. Cabernet-Sauvignon wird ziemlich spät reif, und seine Qualität hängt weitgehend vom Wetter im Moment der Weinlese ab. Nachdem das Sommerwetter im Languedoc oft bis in den Oktober hinein anhält, kann er in der Regel gut ausreifen. In Bordeaux, dagegen, muss er in den meisten Jahren zu früh, das heißt nicht voll ausgereift, gelesen werden. Sein Geschmack entwickelt sich folglich erst nach vielen Jahren - Cabernet-Sauvignon ist ein Wein, der sehr gut altert - wogegen er im Languedoc weitaus früher trinkbar ist.

Die späte Reife ist einer der Gründe, warum Cabernet-Sauvignon in Bordeaux meist mit anderen Rebsorten, zum Beispiel mit Cabernet franc oder Merlot, verschnitten wird. Im Languedoc kann er dagegen fast jedes Jahr sortenrein verarbeitet werden.

So liegt der Unterschied, der von den englischen Weinliebhabern am meisten herausgearbeitet wurde, vermutlich ebenfalls am Klima: es heißt, der Cabernet-Sauvignon aus dem Languedoc sei eher aromatisch, wogegen der Bordeaux eher nach einem ausgeprägten Tannin schmecken würde - eine typische Erscheinung eines Weines, der jung geerntet wurde und etliche Jahre braucht, um einen wirklich ausgewogenen Geschmack zu erhalten. Der getestete Cabernet-Sauvignon aus dem Languedoc stammte dagegen offensichtlich aus einem Jahr, wo es bis in den Herbst hinein heiß blieb und der Wein so richtig ausreifen konnte.

Copyright: Sandra Winters

Freitag, 18. Oktober 2013

Biowein aus dem Languedoc - ein neues Gesundheitsbewusstsein

Kein Wein für Außenseiter: Biowein wird "salonfähig" im Languedoc


Bisher hatte Biowein im Languedoc etwas mit Außenseitern zu tun, mit Gesundheitsaposteln, wie böse Zungen sagten, mit Leuten, die den "echten" guten Wein nicht zu schätzen wussten... Doch plötzlich hat sich die Stimmung gewandelt. Die ersten, die an ihre Gesundheit dachten, das waren die Winzer. Und dann kamen die Verbraucher nach...

Im Moment ist es noch die Provence, die den meisten Biowein von Frankreich erzeugt - auch wenn es sich dabei vorwiegend um Sandwein, den Vin des Sables, handelt, dessen natürliches Umfeld Insekten automatisch abhält. Diese besondere Eigenschaft des Sandes, in dem der Sandwein wächst, rettete den Wein zu Anfang des letzten Jahrhunderts vor der grausamen Ausrottung durch die Phylloxera.

Doch was relativ neu ist: das Languedoc-Roussillon steht jetzt an zweiter Stelle der Biowein erzeugenden Regionen in Frankreich. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass diese plötzliche Neigung zum Biowein im Zuge des Strebens nach Gesundheit zu sehen ist - man sucht gesündere Nahrungsmittel, jedoch ohne auf geschmackliche Qualität verzichten zu wollen.

Und geschmackliche Qualität ist beim Wein wohl eine der wichtigsten Tugenden... eine Tugend, die man in Frankreich dem biologischen Anbau nicht unbedingt zutraute. Deshalb, so heißt es, haben so manche große Weingüter über Jahrzehnte hinweg schon biologischen Weinbau gepflegt, ohne es der Öffentlichkeit zu "verraten" - eben um ihrem Wein nicht das Vorurteil eines schlechten Geschmackes durch biologische Verarbeitung anhaften zu lassen.

Der Hauptgrund, warum viele Winzer schon immer auf Bio setzten war ihr eigenes gesundheitliches Risiko. Schon in den 80er Jahren war es bekannt, dass der Weinbau gewisse Berufskrankheiten mit sich brachte, die durch die starke Anwendung von Pestiziden ausgelöst wurde. Der Winzer, der mehrmals jährlich in Berührung mit diesen Giften ist, kann nicht verhindern, sie einzuatmen.

Doch inzwischen hat auch der französische Verbraucher verstanden, dass der Biowein nicht nur gesünder ist, sondern genauso gut schmeckt. Immer mehr Preise, die keinen Unterschied zwischen biologisch und "klassisch" angebautem und bearbeiteten Wein machen, gehen an Bioweine, und die internationale Fachpresse preist die Qualität und die Langlebigkeit von Weinen, die jetzt offen zugeben, aus biologischer Quelle zu stammen.

Was den Biowein jedoch noch attraktiver macht, dass sind gesundheitliche Informationen, die langsam immer mehr in der Populärpresse durchsickern. So verbreiteten schon mehrere Frauenzeitschriften und -sites, dass der biologische Wein besser zu ertragen sei, weil er zwischen 30 und 40 Prozent weniger Sulfit enthielte - das gilt für Weißwein und Rosé, aber noch mehr für biologischen Rotwein. Mit anderen Worten: die Wahrscheinlichkeit, nach dem Weingenuss unter Kopfschmerzen zu leiden, ist deutlich geringer.

Ein Vorwurf, den man dem Biowein machte, ist auch seit kurzem behoben: der biologische Weinbau war zwar seit Anfang der 90er Jahre geregelt, aber die Verarbeitung des Weines blieb frei. So musste ein Biowein zwar aus einem biologischen Anbau stammen, doch später konnte der Winzer theoretisch zusetzen, was immer er wollte. Seit 2012 unterliegt jedoch auch die Weinverarbeitung strengen Regeln, und um das biologische Label zu erhalten, muss ein Winzer sich beiden Teilen der Verordnungen unterwerfen.

Die "biologische Weinlandschaft" des Languedoc wird vor allem von Jungwinzern beherrscht, die das Weinmachen zur Philosophie erklärt haben, die in enger Verbindung mit dem Boden und der Natur steht.
Copyright: Sandra Winters

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Sortenreiner Wein im Languedoc: Syrah, Merlot und Cabernet-Sauvignon

Sortenreiner Merlot, Syrah oder Cabernet-Sauvignon im Languedoc: eine Philosophie der Natur

Einem Neuling in Sachen Wein brennt oft eine Frage auf den Lippen, die er vielleicht nicht zu stellen wagt - aus Angst, als Neuling erkannt zu werden. Er lernt, dass die Burgunder-Weine - im Gegensatz, zum Beispiel, zu den ebenso hervorragenden Bordeaux - aus einer einzigen und immer derselben Rebsorte hergestellt werden. Das heißt, sie sind "sortenrein" oder, für die Franzosen, mono-cépage.

Bis dahin ist nichts Besonderes an der Aussage. Wenn man dann aber daran denkt, dass all die unterschiedlichen Burgunder-Weine auf der gleichen Rebsorte basieren, dann drängt sich doch logischerweise (und nicht nur bei Neulingen) die Frage auf, wieso ihr Bukett, ihr Geschmack und selbst ihre Qualität so unterschiedlich sind.

Das "Geheimnis" liegt im Boden. Im Gegensatz zu einem verschnittenen Wein, wo der Winzer weitgehend entscheidet, welches Bukett und welchen Geschmack er seinem Produkt geben will, hat er nur wenig Einfluss auf die Qualität eines sortenreinenWeines, zumindest nach der Ernte - außer, natürlich, was die Lagerung betrifft. Viele der "neuen" Winzer fühlen sich davon angezogen, ihren Wein nicht durch Mischung "künstlich" zusammenzustellen, sondern sich von der Natur abhängig zu machen: von der Qualität ihres Bodens, den sie entsprechend pflegen und dem sie entsprechende - oft biologische - Nahrung zugeben, aber auch vom Klima, von der Regen- und Sonnenmenge, die ihr Wein erhält.

Manche Kritiker meinen, die Herstellung eines sortenreines Weines wäre einfacher als die Produktion eines Verschnitts, weil der Winzer sich nicht in der Kunst des Mischens auskennen müsste. Deshalb würden sortenreine Weine oft von Anfängern produziert. Die Anhänger der "neuen Schule" dagegen, die vorwiegend aus Jungwinzern und kleinen bis mittleren Gütern besteht, empfinden eher das Gegenteil: um die Natur dazu zu bringen, eine gute Rebe zu produzieren, brauchte es mehr als einige Kenntnisse im Verschneiden des Weines. Denn Verschneiden bedeute stets, den Wein künstlich zu verbessern, indem man die richtige Menge von der richtigen Rebe zusetzt. Bei sortenreinem Wein wäre dies nicht ausreichend: "Der Winzer muss fähig sein, die Zeichen der Natur zu erkennen, zu fühlen, was der Boden und die Pflanzen benötigen und bereit sein, nicht seinem eigenen, künstlichen Rhythmus zu folgen, sondern dem seiner natürlichen Umgebung."

In Frankreich ist die Herstellung von sortenreinem Wein seit den 80er Jahren geregelt. Um das Recht zu haben, seinen Wein "sortenrein" zu nennen, ist der Winzer verpflichtet, hundert Prozent der gleichen Rebsorte zu verwenden - im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, wo ein "sortenreiner Wein" bis zu 25 Prozent verschnitten sein darf. Europa konnte immerhin durchsetzen, dass die importierten amerikanischen Weine nur zu 15 Prozent verschnitten sein dürfen, wenn sie hier als sortenrein verkauft werden sollen.

Die Namen der sortenreinen Weine in Frankreich drücken in der Regel die Philosophie des Bodens aus, auf dem sie gewachsen sind. Sie werden oft nach dem Ort benannt, wo sie produziert wurden oder nach dem Weingut (was der Fall bei fast allen Burgunder-Weinen ist) - wogegen verschnittene Weine oft Fantasienamen tragen. Erst in letzter Zeit haben kleinere Weingüter, zum Beispiel im Languedoc, angefangen, ihren Wein nach der Rebe zu benennen, die benutzt wurde, sortenreiner Merlot, Syrah, Cabernet-Sauvignon...

Copyright: Sandra Winters